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AUF DER SUCHE NACH EINEM VERLORENEN LAND

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Beitrag von Dietmar Kirves zur Ausstellungsserie UNAUSGEWOGEN
KÖLNISCHER KUNSTVEREIN | Josef-Haubrich-Hof 1 | Köln | 22. - 24. Juni 1986
TAGGED: EINLADUNGSKARTE + PROGRAMM + KATALOG + REZENSION
Auf der Suche nach einem verlorenen Land, Einladungskarte

EINLADUNGSKARTE + PROGRAMM:
Freie Ausstellungsmacher in Köln
stellen vor im Juni /Juli 1986,
Sonntag bis Donnerstag 10-17 Uhr
Kasper König stellt vor: Guillaume Bijl
Eröffnung: So., 8.6. | 11.30 Uhr
Manfred Schneckenburger: Vortrag
12.6. 1986 | 20.00 Uhr
Wulf Herzogenrath stellt vor: Jakob Altmeyer
15. 6. -18.6. 1986 | Eröffnung: So., 15.6. | 11.30 Uhr
Herbert Molderings stellt vor: Dietmar Kirves
22. 6. -26. 6. 1986 | Eröffnung: So., 22.6. | 11.30 Uhr

Dietmar Schneider stellt vor: Theo Lambertin
29. 6. -3. 7. 1986 | Eröffnung: So., 29.6. | 11.30 Uhr
Karl Ruhrberg: Vortrag über Bruno Goller
3.7.1986 | 20. 00 Uhr
Elisabeth Jappe stellt vor: Julius
6. 7. -10. 7. 1986 | Eröffnung: So., 6.7. | 11.30 Uhr
Ingo Kümmel stellt vor: Padlt Noildt, AI Hansen,
Elias Suppengrün, Adern Yilmaz, Jörg Geismar

Eröffnung: So., 13.7. | 11.30 Uhr

UNAUSGEWOGEN, Katalog zur Ausstellung

KATALOG | UNAUSGEWOGEN - dieser irritierende Titel wurde von uns für eine Ausstellungsserie gewählt, in der in Köln lebende Ausstellungsmacher sich für diejenigen Künstler engagieren, die ihnen heute wichtig, interessant und zu wenig beachtet erscheinen. Jeder der Kunstvermittler, die eine Kurzausstellung jeweils am Sonntagmorgen eröffnen und auch die, die in einem Vortrag ihre Ansichten darlegen, konnte sich frei und subjektiv entscheiden. Sie haben sich nicht vorher abgestimmt und deshalb ausgewogen verhalten. Gerade die Tatsache, daß in Köln nicht nur viele Künstler, Galerien und Museen sind, sondern auch viele freie, d.h. ohne feste Anstellung an eine Institution gebundene Ausstellungsorganisatoren, war ein Ausgangspunkt dieser ungewöhnlichen Ausstellungsserie.
Dieshat auch den Verleger Michael Wienand ermuntert, ein Buch zu wagen, in dem jeder der acht Kunstvermittler Gelegenheit hatte, von seinen persönlichen Erfahrungen mit der Kunst, den Künstlern und der Organisation von Ausstellungen zu berichten. Daran schließt sich eine Begründung und die Präsentation des von ihm für dieses Projekt vorgeschlagenen Künstlers an.
Eserscheint ein Buch mit Texten der teilnehmenden Ausstellungsorganisatoren, ca. 150 Seiten mit 10 Farb- und 100 Schwarzweiß-Abbildungen sowie Biographie und Bibliographie, 20,-- DM; im Buchhandel 28,-- DM

PRESSE | GERINGER AUFWAND | Dietmar Kirves im Kölnischen Kunstverein | in: Kölner Stadtanzeiger, Nr. 143, Kölner Kulturberichte, 24. Juni 1986 | Unspektakulär gibt sich Herbert Molderings Kurz-Ausstellung, die er als nunmehr dritter freier Ausstellungsmacher im Rahmen der Kunstvereins-Serie „unausgewogen" organisiert. Durch die Änderung des ursprünglichen Konzepts der Ausstellungsreihe beschränkt sich seine Präsentation auf den Berliner Künstler Dietmar Kirves. Je zwei Favoriten sollte, so hieß es anfangs, jeder der acht Kölner Ausstellungsmacher in einer Koje vorstellen. Als sich das Konzept zugunsten viertägiger Kurz-Ausstellungen änderte, wurde die Installation von Mechthild Frischs Plastiken unmöglich.
Doch so gerät Dietmar Kirves' Schau zu einer gut präsentierten Bescheidenheit: An den Wänden hängen Fotokopien von Text und Bild, einige Vitrinen sind mit Fotobüchern, Heften und Broschüren bestückt. Fotografie, Collage und Text sind die Medien. Im allgemeinen dominiert direkte Gegenüberstellung — der indirekte Bezug oder der Kontrast von Text und Bild. Kurz und großgedruckt sollen Kirves' Geschichten und Gedichte die Lesemüdigkeit des Besuchers überwinden, und fängt man einmal an, erfreut ihre Qualität, mit Andeutungen Bilder zu schaffen.
Seitdem sich Kirves Ende der sechziger Jahre von Malerei und Skulptur abkehrte, wählte er konsequent die einfachsten Mittel für seine ästhetischen Ideen. So ist seine Kunst traditionell keine der Museen und Galerien, sie ist multiplizierbar und ohne großen Aufwand unter die Leute zu bringen. Nicht zuletzt dieser Anspruch wird wohl Herbert Molderings Wahl begründet haben, der der „hohlen" Kunst der letzten fünf Jahre Ideen entgegensetzen will, die nicht nur eine optische Auseinandersetzung fordern.
Doch das selbstgewählte Außenseitertum des Dietmar Kirves gebiert anscheinend auch einen gewissen Gram: Zwei Jacken mit der Aufschrift „Künstler Todschlag Dienst" und ein Anzeigeformular, das zum Schutz etablierter Künstler das „Herstellen von Kunstdingen" seitens Unbefugter unter Strafe stellt, entsprechen einer Art billigem Humor, der auch als Provokation recht dünnblütig daherkommt. (Ausstellung bis 25.6.) - da

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