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art information #2

TERRY FOX & JOSEPH BEUYS
»ISOLATION UNIT«


Publikation:
14 Blätter, DIN A4, 200 Exemplare
signiert mit Stempel
mediacontact | art information #1 | Düsseldorf 1971


BESCHREIBUNG  WIDMUNG  ADRESSATEN
PUBLIKATION  STEMPEL BEUYS-SCHRIFT
REZENSION  BRIEF
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DESCRIPTION: The performance was a collaboration between Terry Fox and Joseph Beuys involving many elements of sound. The first sound heard on the record is Terry Fox striking an eight-inch pipe with a one-inch iron pipe. The mouth of the pipe is directed toward a window frame containing four panes of glass. The pipe is struck and acoustically dead spots are searched for in the glass by listening to the echo. When those spots are found, the glass is shattered.

There is a candle burning behind the window frame. When all of the panes are broken, the wooden cross is knocked out of the frame and an attempt is made to bend the candle flame with the sound wave enamating from the pipe.

Then the small pipe is struck on the floor in search for the dead spots in the glass of a burning light bulb. At this time, Beuys begins eating a Cherimoya fruit, spitting the seeds one at a time into a small silver bowl at his feet. These two sounds continue simulta¬neously until the fruit is consumed.

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WIDMUNGEN:

Widmungen von Terry Fox
Original | 210 x 297 mm | Filzschreiber | gestempelt
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ADRESSATEN

Adressaten 1

Adressaten 2
Original | 210 x 297 mm | Kugelschreiber | Filzstift | Signatur gestempelt
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DIE TOTE MAUS DES JOSEPH B., Eine makabre Zeremonie im Akademie-Keller. Rezension von Helga Meister in Düsseldorfer Nachrichten am 26.11.1970: Eine derartige Totenfeier wird wohl noch kein Tier erhalten haben wie die arme Maus des Kunstprofessors Joseph Beuys, die vor einigen Tagen verendet war. Im äußersten Winkel des Kunstakademie-Kellers, dort, wo man sich schon für verirrt hält, fand eine Aktion statt, die makaber und skurril zugleich war, bedeutungslos-naiv erschien und immer auch zeitkritische Aspekte freigab.
Zunächst stand Beuys abseits des szenischen Geschehens, jedoch als Teil des Ganzen, eingehüllt in jenen Filzanzug, den die Berliner Galerie René Block als „handgeschneidertes Exemplar" in einer Auflage von hundert Stück beim diesjährigen Kunst-Markt feilbot. Ein lebendes Kunstwerk also. Währenddessen hockte der kalifornische Künstler Terry Fox der ursprünglich als Solist des Abends fungieren wollte (bei der Vorplanung war die Maus noch lebendig), im Schneidersitz auf dem Boden und blies sich rauchend Mut zu. Dann wusch er sich, zur eigentlichen Zeremonie übergehend, in einem Schälchen die Hände. Lange und gründlich kursierte die Seife, und das Geräusch des Reibens wurde über Lautsprecher zu den wenigen Zuschauern übertragen, die wie gebannt dem Ereignis beiwohnten.
In der Zwischenzeit flackerte Feuer in Kreuzesform auf dem Boden; Fox hatte jenes Gelee aufgetragen, das die Amerikaner sowohl zum Garen ihrer Camping-Menüs wie für die Napalmbomben benutzen. In einer Ecke brannte hinter einem angelehnten Fenster eine Kerze. Im Raum verstreut lagen zwei Eisenrohre, Sinnbilder, wie sich zeigte, einer dumpfen, brutalen Macht.
Die weitere "Veranstaltung" des Terry Fox bestand darin, daß er die beiden Rohre aneinanderschlug und so eine monotone Rhythmik erzeugte, die über Lautsprecher verstärkt übertragen wurde. An den akustischen Höhepunkten zerschlug er je eine der vier Fensterscheiben. Beuys war in der Zwischenzeit aus seiner Ecke hervorgetreten und hielt dem napalmgetränkten Feuer seine tote Maus entgegen. Und während der Amerikaner auf die Rohre und mit den Rohren schlug, ließ Beuys die Maus auf dem Tonbandgerät kreisen und ergriff eine indische Chrispana-Frucht, deren große harte Kerne (vergrößerter Mäusekot gleichsam, so Beuys) er in eine bereitstehende Schale spuckte. Die aufschlagenden Kerne des einen korrespondierten mit dem dumpfen Rohrenklang des anderen. Beuys nach der Vorstellung: „Vor einigen Tagen erschien mir meine Maus im Schlaf als großes Murmeltier, kam zu mir und biß mich dreimal in die Hand. Als ich aufwachte, wußte ich, daß sie tot war. Und sie war tot. Nachdem sie drei Jahre neben meinem Bett gelebt hatte." Zu Napalm sagte Terry Fox nichts.

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STEMPEL [geschrieben von Joseph Beuys]

beuys fox stempel vornebeuys fox stempel unten
Original | 35 x 67 x 40 mm | Holz | Gummiprägung
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BRIEF vom 5. Februar 1972

Brief von Terry Fox
Original | 278 x 215 mm | Shreibmashine auf Papier
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