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ANSICHTEN & BEISAMMENSEIN

BILDER, FOTOS, AUSRISSE

VENNAKADEMIE | Alt Breinig 125 | 5190 Stolberg | 29. September – 8. Oktober 1989
Katalog, 16 Seiten, 10 s/w-Abbildungen, Text, 15 x 21 cm

Ansichten & Beisammensein, Katalog 1989VON DEN ANSICHTSGEDANKEN: Ansichtsgedanken, kurz AG genannt, sind in der Regel zugleich Ansichten von Gedanken und Gedanken von Ansichten. Sehen und Denken überlagern sich, so daß beim Denken gesehen, aber auch beim Sehen gedacht werden kann. Alles verläuft in einer genauen Zeitfolge. AGs wiederholen sich nicht, sondern treten nur in neuen Kombinationen auf. -Werden die Ansichten allerdings nicht mehr klar gesehen, die Gedanken nicht mehr klar ausgedacht, nicht zu Ende gesehen zugedacht, so nennt man diese Störung Schrozophonie. AGs verschwimmen dann ineinander und kämpfen gegeneinander. Der Schrozophone hat seinen Gedankenablauf gar nicht mehr in der Hand. Er hat die AGs nicht deutlich, sie streifen ihn nur irgendwie. Neben den Haupt-AGs laufen immer noch Neben-AGs. Sie verwirren die Gedanken. Der Schrozophone kommt zu keinem Ziel. Die Verwirrung wird immer stärker. Alles geht kreuz und quer. Er denkt an etwas scharf, und denkt nebenher an etwas, das mitläuft. Er weiß wohl, daß die AG mit läuft, aber nur in der Ferne sieht er sie. Es ist kein Denken, sondern halbes Sehen. Viele Ereignisse folgen hintereinander. Alles schwimmt rasch fort. Mal schwimmen die Gedanken fort, mal sind die Ansichten verlangsamt. Es ist wie ein Wesdechod, das im Schnee steckengeblieben ist. Der Motor arbeitet weiter, aber die Radketten drehen sich immer wieder auf der Stelle. Typische Antworten sind „Früher habe ich abgeschlossen gedacht, jetzt kann ich zu keinem Abschluß kommen" oder „Früher hatte ich einen festen Gedanken, jetzt das Gegenteil". Die Schrozophonen berichten zumeist, wie das alles gehe, sei ihnen ein Rätsel. Die Gedanken werden ihnen herausgezogen. Das Lachen wird ihnen übermittelt. Tägliche Eingebungen werden ihnen gemacht. Hastige Eile, Atembeschwerden, Durst und dergleichen sind die Folge. Persönlich stehen sie unter dem Druck großer AG-Pressungen, so daß sie sich zum Teil ihrer Freiheit beraubt fühlen. - Vorwort von Dietmar Kirves

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