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GERINGER AUFWAND

Dietmar Kirves im Kölnischen Kunstverein

in: Kölner Stadtanzeiger, Nr. 143, Kölner Kulturberichte, 24. Juni 1986

Dietmar Kirves: Auf der Suche nach einem verlorenen Land, Köln 1986Unspektakulär gibt sich Herbert Molderings Kurz-Ausstellung, die er als nunmehr dritter freier Ausstellungsmacher im Rahmen der Kunstvereins-Serie „unausgewogen" organisiert. Durch die Änderung des ursprünglichen Konzepts der Ausstellungsreihe beschränkt sich seine Präsentation auf den Berliner Künstler Dietmar Kirves. Je zwei Favoriten sollte, so hieß es anfangs, jeder der acht Kölner Ausstellungsmacher in einer Koje vorstellen. Als sich das Konzept zugunsten viertägiger Kurz-Ausstellungen änderte, wurde die Installation von Mechthild Frischs Plastiken unmöglich.

Doch so gerät LinkDietmar Kirves' Schau zu einer gut präsentierten Bescheidenheit: An den Wänden hängen Fotokopien von Text und Bild, einige Vitrinen sind mit Fotobüchern, Heften und Broschüren bestückt. Fotografie, Collage und Text sind die Medien. Im allgemeinen dominiert direkte Gegenüberstellung — der indirekte Bezug oder der Kontrast von Text und Bild. Kurz und großgedruckt sollen Kirves' Geschichten und Gedichte die Lesemüdigkeit des Besuchers überwinden, und fängt man einmal an, erfreut ihre Qualität, mit Andeutungen Bilder zu schaffen.

Seitdem sich Kirves Ende der sechziger Jahre von Malerei und Skulptur abkehrte, wählte er konsequent die einfachsten Mittel für seine ästhetischen Ideen. So ist seine Kunst traditionell keine der Museen und Galerien, sie ist multiplizierbar und ohne großen Aufwand unter die Leute zu bringen. Nicht zuletzt dieser Anspruch wird wohl Herbert Molderings Wahl begründet haben, der der „hohlen" Kunst der letzten fünf Jahre Ideen entgegensetzen will, die nicht nur eine optische Auseinandersetzung fordern.

Doch das selbstgewählte Außenseitertum des Dietmar Kirves gebiert anscheinend auch einen gewissen Gram: Zwei Jacken mit der Aufschrift „Künstler Todschlag Dienst" und ein Anzeigeformular, das zum Schutz etablierter Künstler das „Herstellen von Kunstdingen" seitens Unbefugter unter Strafe stellt, entsprechen einer Art billigem Humor, der auch als Provokation recht dünnblütig daherkommt. (Ausstellung bis 25.6.) - da

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