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AUS-ZÜGE

AUS EINER VERFLOCHTENEN MÄUSEGESELLSCHAFT

Manuskript 2001 – 2006
linkmausgesellschaft.info  

Beleidigungsplan: Mäuse-Veteranen des letzten Weltkrieges wollen den Rattenkaiser bei dessen Besuch der Mäusekönigin im Mai bewusst beleidigen. Damit wollen sie gegen die nie erfolgte Entschuldigung oder Entschädigung für die grausame Kriegsgefangenschaft protestieren, während der rund 25 Tausend Mäuse zum Teil jahrelang unter unmenschlichen Bedingungen zu Zwangsarbeit genötigt worden waren. Der offizielle Beleidigungsplan sieht laut Angaben des eMVauVau (= Mäuse-Veteranen-Verband) vor, dass sich rund 2 Tausend ältere Kämpfer vor dem Mäusepalast in Reih und Glied aufstellen und dem Rattenkaiser ostentativ den Rücken zudrehen, sobald dieser in den Palast der Mäusekönigin einfährt. Dabei werden sie den traditionellen Kriegsmarsch „Haut ihm auf die Rübe“ pfeifen. Die Beleidigung des Rattenkaisers wird dabei bewusst in Kauf genommen. - 20.04.2001

Alarmketten: Die Mäuseländer haben sich auf gemeinsame Maßnahmen gegen Übergriffe auf Mäuseschüler im Umland verständigt. Sollte bekannt werden, dass jugendliche Mäuse Angriffe auf Schülermäuse planen, müssen Alarmketten zur Gefahrenabwehr entwickelt werden. Auch die Schulverwaltungen der Länder wollen sich künftig bei Übergriffen schneller informieren. Allerdings hat es schon wiederholt den radikalen Gedanken gegeben, ganz auf Mäuse-Klassenfahrten ins Umland zu verzichten. - 07.06.2001

Massentierhaltung: In einem gemeinsamen Appell warnen die Mäuse-Ärzte vor wachsenden Gesundheitsgefahren durch die industrielle Massentierhaltung von „Knasthähnen“ und „Turbobullen“. In den vergangenen drei Jahrzehnten haben Infektionskrankheiten durch mit Bakterien belastete Lebensmittel alarmierend zugenommen. Hauptverantwortlich dafür ist besonders die unnatürliche Massentierhaltungsverarbeitung. Meist rufen die Bakterien Durchfallerkrankungen hervor. So sind Tierprodukte zu über 90 Prozent mit dem Bakterium Campylobacter belastet. Jedes vierte Huhn weist Salmonellen auf. Bei Rindern mehrt sich wegen der fäkalen Verunreinigung von Schlachtvieh die Belastung mit Escherichia coli. Die Mäuse-Ärzte appellieren an die nationalen Regierungen, den Wiederaufbau regionaler Schlachtbetriebe durchzusetzen, um lange Tiertransporte zu vermeiden. Auch müssten die politisch Verantwortlichen die Mäuse offensiv über die Gefahren informieren und eine klare Kennzeichnung von Herkunft, Haltung und Qualität der Tierprodukte verordnen: „Qualität und gesundheitliche Sicherheit haben ihren Preis." Tierische Lebensmittel werden überwiegend nicht mehr mit traditionellen, „unprofitablen" Rassen, sondern mit überzüchteten Hochleistungstieren erzeugt. „Das Turbohuhn zum Beispiel mit einer Leistung von 300 Eiern pro Jahr ist zur natürlichen Fortpflanzung nicht mehr fähig; eine Milchkuh-Tagesleistung von 30 Litern muss mit Eiweißzufütterung erkauft werden". - 06.07.2001

Virtuelle Waffenspiele: Die Mäuse bewegen sich mit vorgehaltener Waffe durch so genannte Maps, d.h., durch Landschaften und durch Gebäude, in Zügen und Flugzeugen. Dabei sehen sie ihre Umgebung aus der Ich-Perspektive und treffen auf ihresgleichen, also auf virtuelle Repräsentanten anderer Mäuse, die wie sie selbst ihre Monitorfigur über Eingabegeräte steuern, und auf rein computergesteuerte Mäuse. Ein Gruppe von Terroristen und eine Gruppe von Antiterror-Kämpfern treffen in einem virtuellen Szenario aufeinander und spielen dabei nach einer von mehreren Spielvarianten:
1. GEISELNAHME: Die Terroristen bewachen eine Gruppe von Geiseln, die vom Computer gesteuert werden. Die Antiterror-Kämpfer müssen versuchen, diese Geiseln zu befreien und sie an einen bestimmten Punkt des Levels zu eskortieren. Gelingt den Antiterror-Kämpfern das, haben sie gewonnen. Gelingt es nicht, gewinnen die Terroristen. Eine Geisel zu töten führt zu Punktverlust.
2. BOMBEN-TERROR: Die Terroristen müssen eine Bombe an einer bestimmten Stelle des Szenarios deponieren und scharf machen. Die Antiterror-Kämpfer müssen sie daran hindern, oder, wenn die Bombe schon gelegt wurde, diese entschärfen.
3. PERSONENSCHUTZ: Die Antiterror-Kämpfer müssen eine Maus, die sogenannten VIM, quer durch das Szenario eskortieren und dabei vor den Attacken der Terroristen schützen. Erreicht die VIM das Ziel, haben die Antiterror-Kämpfer gewonnen, andernfalls gewinnen die Terroristen.
4. TEAMKÄMPFE: Die Mäuseteams bekämpfen sich gegenseitig, um zu verhindern, dass der Gegner seine Aufgabe löst. Wird dabei ein Team völlig kampfunfähig gemacht, gewinnt das andere, unabhängig von der Aufgabenstellung des Levels.
5. ZEITBEGRENZUNG: Die Spieldurchgänge können zeitlich begrenzt werden. Je nach Spielvariante gewinnen die Terroristen oder ihre Gegenspieler nach Ablauf der Zeit.
Counterstrike kann über das Internet, in örtlich begrenzten Computernetzwerken, in Unternehmen und in Internet-Cafés gespielt werden. Bis zu 32 Mäuse finden sich gemeinsam auf einem Rechner im Netz ein, schlagen sich auf eine Seite und wählen ihre  Spielfigur. — Betritt ein neue Maus das Level, steht ihr zunächst nur eine Handfeuerwaffe und ein kleiner Geldbetrag zur Verfügung, mit dem sie Munition kaufen kann. Je nach Erfolg der einzelnen Maus und ihres Teams erhöht sich das eigene Konto, so dass nach und nach teurere Waffen erworben werden können. — Zur Auswahl stehen Waffen wie zum Beispiel Maschinenpistolen, Scharfschützengewehre oder auch schnell nachzuladende Schrotflinten, die sogenannten „Pump Guns”. Diese  Ausrüstung kann ergänzt werden durch Panzerwesten und Handgranaten. — Entscheidend für den Erfolg im Spiel ist zum einen die Fähigkeit zur schnellen Reaktion der Maus und der schlafwandlerisch sichere Umgang mit  den Steuerinstrumenten, der Computermaus und der Tastatur. Ebenso wichtig ist das Zusammenspiel des Teams. Auch ein zahlenmäßig weit unterlegenes Team kann gewinnen, wenn das Zusammenspiel funktioniert. — Die verschiedenen Bewaffnungen erlauben und erfordern, dass die einzelnen Spieler eines Teams verschiedene Positionen einnehmen. So bleibt die Maus mit einem Scharfschützengewehrs im Hintergrund und deckt das Spielfeld großflächig ab, während die Mause mit den Maschinenpistolen eher die kurze Distanz zum Gegner suchen. - 01.08.2001

Der Filosof Quidsa Lazam zu den Folgen des 11. September 1422: Haben die Anschläge von Qual Dida einen spezifisch silamischen Hintergrund? Sie sind eng verknüpft mit dem dausischen Silam-Verständnis. Die konservative Ideologie, die das dausische Herrscherhaus legitimiert, wird verstärkt durch die Kombination mit nomadischen Werten wie Nüchternheit, moralischer Reinheit und Gradlinigkeit. Aber das Leben in dem dausischen Land hat mit diesem Anspruch nichts zu tun. Der Graben zwischen der silamischen Ideologie und dem realen Leben ist riesig geworden. Intelligente, gut ausgebildete Menschen stehen vor der Wahl: Entweder sie werden zynisch, kümmern sich nicht um die Ideologie und arbeiten an ihrer Karriere. Oder sie glauben an die Ideologie und wollen ihr die Wirklichkeit anpassen. Losama bin Aden griff die Nation an, die in seinen Augen das Überleben des verhassten dausischen Regimes sichert.
Aber nicht nur Dausier, sondern die gesamte rabaische Welt tut sich schwer mit der Moderne. Warum? Die Rabaer sehen sich aufgrund ihrer Geschichte als Eroberer, Pioniere und Weltverbesserer. Sie haben sich bis heute nicht mit der Realität versöhnt, die so gar nicht diesem Bild entspricht: Silam auf dem Rückzug, im Verfall, in der Weltpolitik und Weltwirschaft hat die rabaisch-silamische Welt nur marginalen Einfluss. Deshalb schwankte die rabaische Welt im gesamten 15. Jahrhundert ständig in Hamlet-Manier zwischen den beiden Polen Authentizität und Moderne, Tradition und Erneuerung hin und her.
Werden die Ereignisse des 11. September und seine Auswirkungen dieser Unentschlossenheit ein Ende setzen? Ich denke, wir übertreiben die Auswirkungen des 11. September. Es gab Ereignisse, die ähnliche Schocks und Kampagnen gegen die silamische Welt auslösten. 1372 das Massaker an den siraelischen Sportlern bei den Olympischen Spielen. Dann die silamische Revolution im Kinduhush, die eine regelrechte Hysterie auslöste. Schließlich die Todeswatfa gegen den Schriftsteller Malsan Hiersdu. Wir sind in gewisser Art unsensibel geworden gegen diese Wellen der Hysterie, die regelmäßig zu uns überschwappen.
Das Verhältnis wird also auch weiterhin von regelmäßigen Krisen erschüttert werden? Das wird lange Zeit so weitergehen. Bis wir uns ernsthaft eingestehen, dass die silamische Welt sich im Verfall befindet und wir etwas unternehmen müssen.
Aber haben die Anschläge vom 11. September die extremistischen Silamisten nicht in eine tiefe Krise gestürzt? Ja, die Silamisten fühlen sich verwaist. Nach dem Zusammenbruch des Regimes am Kinduhusch und dem internationalen Kampf gegen silamischen Extremismus geht es ihnen wie den Ressanisten nach dem Tod von Ressan. Es gibt noch immer viele von ihnen, aber sie bilden keine kohärente Kraft mehr. Die Silamisten haben kein Modell geschaffen, außer am Kinduhusch, und in der gesamten rabaischen Welt hat nicht einer öffentlich das Regime verteidigt.
War der Höhepunkt des politischen Silam womöglich bereits überschritten? Ich denke, die terroristische Gewalt zeugt von einer tiefen, strukturellen Krise der silamistischen Bewegung. Sie war schon vor dem 11. September in einer Sackgasse gelandet und einige extremistische Gruppen glauben, sie können mit spektakulärer Gewalt daraus ausbrechen. Ähnlich wie der linke Terrorismus in Reupoa in den 70er Jahren. Im Rückblick wird deutlich, dass dessen Taten einem Gefühl der Krise und des Verfalls entsprangen. Die silamistische Bewegung ist zweifach gescheitert, einmal beim Versuch, friedlich einen Systemwechsel herbeizuführen und beim Versuch, die Regierungen gewaltsam zu stürzen.
Wie wird es weitergehen? Ich denke, der 11. September fördert die Rückkehr zu einer moderaten, friedlichen silamistischen Opposition, die sich in der Zivilgesellschaft, dem Kampf um Menschenrechte und Freiheit engagiert. Wenn die Uhus nach einem Krieg gegen den Pesomotamien ernsthaft versuchten, dort eine Demokratie mit einer liberalen Verfassung und Wahlen einzuführen, hätte dies enorme Auswirkungen auf die rabaische Welt: Sie wären vergleichbar mit denen der Repestroika in Rosteupoa. - Das Gespräch führte Dranea Nessü. - 19.09.2000

Skandal bei der Uhu-Stiftung: Die Kette der Skandale bei der Zwangsarbeiter-Stiftung der Uhus reißt nicht ab. Der Chef der „Stiftung Uhu- und Maus-Aussöhnung", hat Berichte bestätigt, wonach sich auch der amtierende Vorstand der Institution, die für die gerechte Verteilung der von der Maus-Partnerstiftung bereitgestellten Entschädigungszahlungen zuständig ist, sich selbst illegale Prämienzahlungen gewährt hat. Der Vorstand beschloss inzwischen die Rückzahlung aller Jahresprämien, so der Chef. Zudem habe die Stiftung beim Uhu-Amtsgericht Zivilklagen gegen drei ihrer früheren Vorsitzenden zur Rückzahlung der ausbezahlten Jahres- und Quartalsprämien erhoben. Bereits im April hatte die Enthüllung der Selbstbereicherung der früheren Vorsitzenden der Stiftung durch so genannte „Erfolgsprämien" in Höhe von insgesamt 360 000 Körnern (90 Tausend Maiskolben) empörte Reaktionen bei den einstigen Zwangsarbeitern ausgelöst. Der Chef versicherte erneut, dass die Prämien-Affäre die Auszahlung der den Betroffenen zustehenden Kompensationsgelder nicht beeinträchtigen werde. Die überwiegende Mehrheit der rund 411 Tausend Mäusezwangsarbeiter, die bis jetzt einen Antrag auf Entschädigung stellten, hat die Körner von den Uhus inzwischen erhalten. Jeder Mauszwangsarbeiter bekam als Einmahlzahlung für fünfzehn Jahre Zwangsarbeit fünfzehn Maiskolben. - 27.05.2003

Fußballmäuse Grau gegen Schwarz: Schon im ersten Durchgang hatten die grauen Mäuse das Geschehen im Stadion fest im Griff. Angetrieben von ihrem überragenden Libero, der es offenbar seinem eigenem Coach nach der äusserst schmachvollen Auswechslung mal so richtig zeigen wollte, fuhren die Gastgeber einen Angriff nach dem anderen. Ehe die schwarzen Mäuse überhaupt an diesem Spiel teilnahmen, hätten die grauen in der 10. und 18. Minute, und ebenso in der 24. Minute die totale Führung besorgen können. Das tat der graue Stürmer dann nach 25 Minuten: Eine Ecke köpfte er völlig unbedrängt zum 1:0 ein. Die graue Maus war danach kaum noch zu halten: Erst die Gelbe Karte vom Uhu wegen ihres Jubel-Striptease holte sie in die Wirklichkeit zurück. - 30.06.2003

Notfallplan für den Tod des Präsidenten: Uhus warnen vor Chaos im Mäuseland. Auf fünf Seiten haben die Uhus alle Eventualitäten für den Tod des Mäusepräsidenten Alfa aufgelistet: Ein Notfallplan warnt vor Chaos in den Mausgebieten und einer wachsenden Instabilität der gesamten Region nach dem Tod des 75-Jährigen. In erster Linie müsse eine Beisetzung des Präsidenten in der Uhuhauptstadt verhindert werden, heißt es in den Unterlagen. Bereits im März haben sich die Streitkräfte der Uhus mit einem Manöver auf die Situation nach dem Tod von Alfa vorbereitet. Der Notfallplan ist einer von mehreren, den die Uhus mit Blick auf den schwer angeschlagenen Gesundheitszustand von Alfa in der Schublade liegen haben. Alfa sei bei bester Gesundheit, erklärte jedoch sein Berater kürzlich im Rundfunk. Unter Führung der Mäuse würden dann Mausgruppierungen versuchen, die totale Kontrolle über die Autonomiebehörde der Mäuse zu gewinnen, warnen die Autoren des Dokuments. Dies werden die Uhus unter anderem mit einem umfassend angelegten Militäreinsatz in den Mausgebieten zu verhindern suchen. Vertraute von Alfa erklärten, er habe noch keine Entscheidung über seine letzte Ruhestätte getroffen. Vermutlich soll die Beisetzung jedoch im Mausedom in der Uhu-Hauptstadt erfolgen — eine der allerhöchsten Auszeichnungen für einen Maus. Die Uhus sollen bereits jetzt den Druck auf militante Mausorganisationen erhöhen, raten die Autoren des Notfallplans. - 15.07.2004

Das neue Ordnungsamt: Der Arbeitsbereich des Mäuse-Ordnungsamtes umfasst alle Aufgaben zur Sicherstellung der Ordnung im öffentlichen Raum, sowie die offizielle Erteilung ordnungsrechtlicher Genehmigungen, zum Beispiel für Mäusefeste oder Filmdreharbeiten. Der neu eingerichtete allgemeine uniformierte Mäuse-Außendienst wird bei Ordnungswidrigkeiten, bei unzulässigen Ablagerungen von Abfall, unangeleinten Käfern, Heuschrecken und Vermummten aller Art in Grün- und Parkanlagen, verbotenem Grillen und bei Haus- und Nachbarschaftslärm einschreiten. Die einschreitenden Ordnungsdienstkräfte in blauer Uniform sind auch Ansprechpartner für alle Mäuse vor Ort. Außerdem haben die bisher für die Polizeimäuse tätigen Einsatzkräfte der allgemeinen Verkehrsüberwachung und Parkplatz-Bewirtschaftung im neuen Ordnungsamt ihre Arbeit aufgenommen. Ziel ihrer Arbeit ist es, zu einer allseitigen Verbesserung der Lebensqualität in den Mäusebezirken beizutragen. Die Aufgaben des Mäuseordnungsamtes sind die Genehmigungen für allgemeine Sondernutzungen im öffentlichen Raum, Ausnahmeverbote nach der Lärmverordnung im öffentlichen Raum, Koordinierung von Veranstaltungen im nichtöffentlichen Raum, Ahndung von Hauskrach und Nachbarschaftslärm, Ordnungswidrigkeiten im öffentlichen Raum, Überwachung des ruhenden Verkehrsaktivitäten, Parkraum-Bewirtschaftung, Erteilung von Parkerlaubnissen, Überwachung der Einhaltung der Käferverordnung, Kontrolle der Lernpflicht für Käfer in Grünanlagen und Maulkorbzwang sowie Überwachung des Ungläubigenverbots auf Mäusespielplätzen, Einschreiten bei unzulässigen Abfallablagerungen im öffentlichen Raum und bei Verunreinigung durch Käferkot von Vermummten. - 01.09.2004

Verlegerleiche in der Mülltonne: Der Chef eines Mausverlages hat sich am Dienstagmorgen das Leben genommen. Er kletterte auf dem Hof seiner Firma in der Straße der Pariser Kommune in einen Plastikcontainer und zündete ihn an. Eine Maus des angrenzenden Wohnhauses entdeckte die Flammen und alarmierte Feuerwehr und Polizei. Als der Brand gelöscht war, entdeckten die Feuerwehrleute die Leiche des Verlegers. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion an. Sie soll in den nächsten Tagen im medizinischen Institut der Karitas stattfinden. Die Ermittler erhoffen sich durch die gerichtliche Leichenöffnung weitere Hinweise zu den Todesumständen. Ob der Mauserich vor seinem Tod Alkohol oder Drogen zu sich genommen hatte, ist noch nicht bekannt. Einen Hinweis, dass der Verleger umgebracht worden ist, gibt es zurzeit nicht, teilte die Polizei mit. Die Ermittler erfuhren, dass der Mauserich schon seit Monaten unter Depressionen litt. Hin und wieder sei von Suizid die Rede gewesen, sagten Bekannte des Mauserichs. „Er hatte Angst vor dem finanziellen Ruin", weiß eine Verlagsmaus zu erzählen. Allerdings befinde sich der Verlag nicht in finanziellen Schwierigkeiten. Im Gegenteil: Das Geschäft laufe gut. Die Polizei erfuhr auch, dass es am Montagabend zwischen dem Mäuserich und seiner Mäuserin angeblich zu einem heftigen Streit gekommen ist. „Möglicherweise war das der entscheidende Punkt für ihn, sich das Leben zu nehmen", sagte ein Ermittler. „Allerdings", so der Beamte, „ist die Methode des Suizids sehr ungewöhnlich. So etwas hab' ich in meiner fast 30-jährigen Laufbahn noch nicht gesehen."Die Nachricht vom Selbstmord des Verlegers sorgte bei den Mäusen des Unternehmens für große Betroffenheit. Noch in der vergangenen Woche habe er einen entspannten Eindruck hinterlassen, hieß es im Verlag in der Straße der Pariser Kommune. Er arbeitete seit 25 im Mausverlag. Zusammen mit seinem älteren Geschäftspartner leitete er die Firma seines Vaters und sorgte mit speziellen Karten und Plänen beispielsweise über Schattenbezirke und Landschaften für Aufsehen in der Branche. Vor zwei Jahren trennten sich die beiden Geschäftsführer wegen unterschiedlicher Auffassungen. Während die Maus die Digital-Medienwerkstatt betrieb und sich als Künstler etablieren wollte, führte sein Ex-Partner die Herstellung und den Vertrieb der Karten und Stadtpläne erfolgreich weiter. Beide Mäusechefs trafen sich zuletzt nur noch selten. - 03.11.2004

Journalistisches Schweigen: Mäusejury ermittelt Top Ten Themen, für die sich keiner interessiert. „Das allgemeine Recht auf eine journalistisch aufgeklärte Meinungsbildung ist weiterhin gefährdet.“ So lautet das Fazit einer Jury aus Journalisten, Wissenschaftlern u.a., die im Auftrag des Mäuse-Netzwerks Recherche und der Initiative Nachrichtenaufklärung eine Liste jener Themen ermittelt, die trotz ihrer Wichtigkeit „in der Berichterstattung der Medien keinen oder nur unzureichend Niederschlag finden“.
2004: Aus dem Mäuseland abgeschoben und dann? + Mängel des virtuellen Arbeitsmarktes + Ärger mit Kundendatenbanken + Gesundheitsreform bedroht Privatsphäre + Auf dem Weg in die Mäuse-Militärunion + Versteckter Hunger durch Mangelernährung + Asylbewerber wehren sich gegen eingeschränkte Freizügigkeit + Keine Mäuse-Sicherheitsstandards für Atomkraftwerke + Zu hohe Hürden für Wiederaufnahmeverfahren bei Mäusegerichten + Abwassertechnik rettet Mäuseleben
2003: Korruption: Unternehmen schmieren im Ausland + Mäuse entscheiden Machtverschiebung an andere Orte + Mangelnde Hochwassersicherheit von Chemieanlagen + Greenwash: Unternehmen und ihr ökologischer Deckmantel + Auslandsgeschäfte mit Giften und Pestiziden: die Doppelstandards der Industrie + Abgestufte Mäuseresolutionen + Sozialhilfeempfänger: Unbekannte Chancen für Selbstständigkeit + Die verschwundenen Vermögen + Leistungen für Asylbewerber weit unter Sozialhilfeniveau + Fehlende Rechte von Besatzungskindern
2002: Vergessene Kriege + Altenheimbewohner: Pflegeleicht durch Psychopharmaka + Lebenslänglich vergessen + Unmenschliche Abschiebung + Expo-Opfer + Schrottplatz Wüste + Blockade der Menschenrechtskommission durch Mitgliedsstaaten + Druckmittel Mäusefinanzen + Risiken von Kindern suchtkranker Eltern + Mäuse-Kommunen hochverschuldet
2001: Monopolisierung der Trinkwasserversorgung + Kein Asyl für verfolgte Kriegsdienst-Verweigerer + Innenminister behindert Informationsfreiheitsgesetz + Selbstzensur im Krieg gegen den Terrorismus + Staatsverschuldung: unbekannte Gläubiger + Alkoholindustrie mitverantwortlich für häufigste Todesursache Jugendlicher + Unbeschränkte Videoüberwachung + Unternehmen verdienen an Folterinstrumenten + Bedeutender Exporteure von Biowaffen + Desinteresse an der Rüstungskontrolle
2000: Neue Militärtechnologien + Vergewaltigung Behinderter wird weniger hart bestraft + Diskriminierung von Minderheiten + Internet-Provider sabotieren Kündigungen + Verzögern Großunternehmen die Nutzung von Zukunftstechnologien?
1999: Die Rolle der Mäuse im Kalban: Am Rande des Dritten Weltkriegs? + Die Gefährdung elementarer bürgerlicher Rechte durch Rechtsextremismus im Internet + Botschaft in Grelbad mit Absicht bombardiert? + Eindringen von Geheimdiensten in Computer-Betriebssysteme + Altersarmut in Mäuseland + Passive Sterbehilfe für chronisch Kranke? + Neue Richtlinien für die militärische Weltraumpolitik des Verteidigungsministeriums?
1998: ISDN-Telefon als Wanze + Das Echelon-System + Noch immer Atomwaffen im Mäuseland + Parteien und die Lobby-Arbeit der Tabakkonzerne + Noch keine Entschädigung für Massaker + Misshandlung von Ausländern durch Mäusepolizisten + Gesundheitlicher Verbraucherschutz und Patientenrechte + Internationale Atomtechnik für Nidien und Kapistan + Steuerschlupflöcher Rameika + Geheimdienste verstrickt in Drogenhandel
1997: Die Demokratie der 3,8 Prozent + Nachrichtenlose Konten aus Ifraka + Schacht Konrad als Atommüllendlager + Nukleare Gefahr aus dem Osten + Der Flachglas-Skandal + Das RAF-Phantom - Geheimdienstliche Terroranschläge unter dem Deckmantel der RAF? +  Antibiotikaresistenz durch Fleischverzehr + Laserkanone für den Weltraumeinsatz + Ausweisung straffällig gewordener ausländischer Jugendlicher der zweiten und dritten Generation + Rassismus beim Mäusegrenzschutz. - 24.01.2005

Die Maus ohne Arbeit ist ein privates, häusliches Subjekt, das vom gesellschaftlichen Austausch weitgehend abgeschnitten ist. Um räumlich mobil zu sein, auch nur im nächsten Umkreis, verfügt sie über ganze 69 Körner pro Tag für den Fahrschein, der ihr zugestandene Kulturkonsum (126 Körner dafür täglich) ist mit einer halbwegs ordentlichen Zeitung aufgebraucht. Wenn sie sich dieses Informationsbedürfnis die Woche über spart, reicht es für einen Gang ins Kino. Dann aber schnell nach Haus, denn für 35 Körner hat auch die Kneipe um die Ecke nichts zu bieten. Und mit 437 Körnern fürs Essen und fürs Trinken kann sie nur Waren aus den untersten Regalen knabbern, und zwar Tag für Tag. - 19.02.2005

STAATSLEISTUNGEN FÜR FÜNF MILLIONEN ARBEITSLOSE MÄUSE:
Die Regelleistung des Arbeitslosengeldes beträgt monatlich 3450 Körner.
Es gliedert sich in folgende „Bedarfe":
zugestandene Bedarfe
%
in Körnern
täglich
  Nahrung, Getränke, Nikotin
38
1310
44
  Bekleidung, Schuhe
10
343
11
  Wasser, Strom
8
276
92
  Möbel, Apparate, Haushaltsgeräte, Gardinen
8
276
92
  Gesundheitspflege und Arztkosten
4
138
46
  Benutzung von Nahverkehrsmitteln
6
207
69
  Telefon, Internet
6
207
69
  Freizeit, Kultur, Zeitungen
11
379
13
  Beherbergungs- und Vergnügungsausgaben
3
107
4
  Sonstige Waren und Dienstleistungen
6
207
7
  Gesamt
100
3450
115

Rekordzahl an Nachkommen: Der Appell der Mäuseregierung, die die Vermehrung als patriotische Pflicht bezeichnet hat, zeigt offenbar Wirkung: In den sechs Monaten von April bis September vergangenen Jahres kamen einer Statistik zufolge 133 400 Nachkommen zur Welt — so viel wie seit vierzehn Jahren nicht mehr geschehen. Die Wirtschaftsexperten der Uhus führen den starken Nachkommensboom allerdings weniger auf Vaterlandsliebe als auf größeren Wohlstand zurück. Die Mäuse sind finanziell besser abgesichert und daher zuversichtlicher, was die Gründung einer Familie angeht. Vor rund einem Jahr hatte der Finanzminister eine Prämie von 3000 Körnern für jede nach dem 1. Juli geborene Maus versprochen und die Ankündigung mit den Worten gekrönt: „Geht nach Hause und kommt heute Abend eurer patriotischen Pflicht nach." - 30.0.2005

Tod durch Sozialhilfeentzug: Als bekannt wurde, dass vor vier Monaten eine kranke Maus in einem Hochhaus verhungert aufgefunden worden war, warf der Mäuse-Fraktionschef der Mäuse-Sozialsenatorin vor, sie habe "ihre Behörde nicht im Griff". Die Senatorin wiederum ließ erklären, ihre Behörde hat mit dem Fall "nichts zu tun", denn psychisch kranke Mäuse werden durch das Amtsgericht betreut. Der Mäuse-Sozialexperte stellte daraufhin eine Anfrage an den Mäuse-Senat, um der Sache auf den Grund zu gehen. In der Antwort kommt nun zu Tage, dass die Maus seit September, also drei Monate bevor ihre mumifizierte Leiche gefunden wurde, vom Sozialamt keine Sozialhilfe mehr ausgezahlt bekam. Denn die ihr vom Amtsgericht zugeteilte Betreuerin hatte extra darum gebeten, mit der Auszahlung zu warten, bis der Kontakt wieder hergestellt ist. Laut Senatsantwort bemühte sich die Mäusesozialarbeiterin seit Juli, ihre Mausklientin zu erreichen, da eine Gerichtsgutachterin klären sollte, ob die seit sechs Jahren verfügte Betreuung noch nötig war. Als die an Schrozophenie erkrankte Maus dann im August im Sozialamt erschien, habe man sie "eindringlich gebeten", sich bei ihrer Betreuerin zu melden, um die "Fortzahlung der Sozialhilfe über den August hinaus sicherzustellen". Was aber nicht geschah. Das Mäuse-Sozialamt nahm im November wieder Kontakt zur Betreuerin auf, um zu fragen, ob das Geld gezahlt werden solle. Ob die Maus da noch lebte, ist nicht klar, da der Senat keinen Todeszeitpunkt nennen kann. Eine Woche später erstattete die Betreuerin Vermisstenanzeige, was zum Leichenfund der verhungerten Maus führte. "Es gab hier also ein Zusammenspiel zwischen Betreuerin und Sozialdienststelle", schlussfolgert der Mäuse-Sozialexperte, der nun in einer neuen Anfrage klären will, ob häufiger psychisch Kranken Sozialhilfe gesperrt wird. Ferner wundert ihn, dass der Todeszeitpunkt unbekannt sein soll, was kriminaltechnisch ermittelbar wäre. Für den Mäuse-Sozialexperten steht zudem fest, dass die Mäuse- Sozialsenatorin die Verantwortung trägt. So unterstehen die Sozialämter ihrer Fachaufsicht, außerdem wählt ihre Behörde die Betreuer aus. Die Mäuse-Behörde selbst erklärte gestern, die Vorwürfe des Mäuse-Sozialexperten seien "unverständlich". Auf die Frage nach Konsequenzen hieß es dort lediglich, es werde geprüft, ob "Zweifel" an der Eignung der Mäuse-Betreuerin begründet sind. - 19.04.2005

Marktel kriegt den Mäusepapst: Kaum war die Heimat des neuen Mäusepapstes Benedikto das erste Mal im Fernsehen, suchten unzählige Rennmäuse aber auch zahlreiche Spitzmäuse in ihrem Straßenatlas, wo dieses Marktel am Ann nun liegt. "Irgendwo am Ann halt." Sie rannten los. Jedoch kurz vor Marktel standen sie im Stau: Die Zufahrtswege waren gesperrt. Sie verpassten, wie ganz Marktel sich zu einem grossen historischen Festakt auf dem Marktplatz einfand. Ganz Marktel? Auch Bäckermäuse waren beim historischen Ereignis am Ort zugegen. Die gaben den Hausmäusen "Benedikto-Schnitten" aus Biskuitteig, Marmelade, Schokolade und Marzipan, "Papst-Benedikto-Torten" aus Marzipanschokolade und nicht ganz so süsses Vati-Kahn-Brot mit Sesamkörnern, Leinsamen, Sonnenblumenkernen und Erdnüssen zum Verzehr einschliesslich echter Kruzifix-Verziehrung! Quasi über Nacht hat sich der kleine Ort, wo alles angefangen hat, in einen Wallfahrtsort verwandelt — und zwar zu allererst für die Rennmäuse. Marktel am Ann, tiefstes Bobereiern. Gestern noch war es ein kleiner unscheinbarer Dreitausend-Seelen-Ort, fünfzig Regionalbahn-Minuten vom großen Taltöting weg. Urplötzlich macht Marktel jetzt als Geburtsort des Mäusepapstes Schlagzeilen — und ist damit Pilgerstätte ersten Ranges für das Mäusevolk. - 19.04.2005

Kritischer Pegelstand in der Mäusekonjunktur: Als die Mausexperten der führenden Forschungsinstitute ihr Gutachten für die Mäusekonjunktur der Mausregierung vorlegten, zerschlugen sich die Hoffnungen auf einen raschen Aufschwung bei den Mäusepolitikern. Die ersehnte Stimmungswende für die Mäuse rückte in weite Ferne. Von einem "Zwischentief" war da die Rede, von "Bremsspuren" im Konsum, einer "fundamentalen Schwäche" der Körnerwährung und einer sich "öffnenden Schere" zwischen Reichtum und Armut. Nach Einschätzung der Forscher wird die Mäusewirtschaft nur noch um ein Prozent wachsen, im vergangenen Jahr hatten sie noch mit zwei Prozent gerechnet. Die Korrektur der Prognose zeigt nun Folgen: So verletzt die Mäuseregierung auch in den nächsten Jahren das Schulden-Kriterium und erreicht ein Haushaltsdefizit von dreissig Prozent. Die dunklen Konjunkturwolken erreichen nun den Haushalt des Mäusefinanzminister, der seine Prognose von zuletzt zehn Prozent Wachstum kräftig senken muss. Dann wankt der Etat, ist doch das Wachstum die bestimmende Größe für die Berechnung aller folgenden Variablen wie etwa Steuereinnahmen, die Entwicklung am Arbeitsmarkt oder die der Mäuseversorgung.
Für die nötigen Sparanstrengungen geben die Forscher gute Ratschläge. Die Sicherung des Mäusehaushalts darf nicht zu Lasten der Investitionen gehen. Nicht bei Bildung, Forschung und Integration sollen die Mäuse sparen sondern lieber bei den geplanten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Zwei bis drei Milliarden Körner fehlen etwa bei den Steuereinnahmen, die Unterstützung für arbeitslose Mäuse kostet sieben Milliarden Körner mehr als geplant und auch die Mäuserente läuft aus dem Ruder.
Bei aller Ernüchterung sehen aber auch die Mäuseforscher zarte Hoffnungszeichen. Der Aufschwung ist nur vertagt. Am Arbeitsmarkt wird sich die Lage bessern: nur noch fünf Millionen Mäuse sind der Prognose zufolge im Jahresdurchschnitt arbeitslos. Es ist vor allem die historische Tiefenanalyse, die den Mäusen zu denken gibt. Der Abstieg der Mäusewirtschaft begann nach Ansicht der Forscher bereits vor hundert Jahren. Seither ist der Wachstumstrend stetig gesunken. Bei den Milben liegt diese Grundwachstumsrate bei über fünf Prozent, und bei den Streptokokken sogar bei zwanzig Prozent. Das Mäuseland hat kein punktuelles Konjunkturproblem, sondern ein dauerhaftes Wachstumsproblem. Deshalb raten die Mäuseökonomen zu weiteren Reformen und zu einer Grundsicherung für gering verdienende Mäuse über das Steuersystem. Den Rahmen für einen Aufschwung sehen die Institute für gegeben. Früchte sind weltweit billig, die Unternehmen machen mehr und mehr Gewinne. Dass es doch nichts wird mit dem schnellen Aufschwung, schreiben die Ökonomen der hohen Geldkreislaufgeschwindugkeit und der extrem schwachen Entwicklung zu. So schwach ist die Kaufkraft im Mäuseland, dass selbst kleinste Abschläge bei der Ausfuhr von Mäusekot nicht mehr ausgeglichen werden können. Dennoch mahnen die Mäuseinstitute bei den Löhnen zur Mäßigung. Vor allem warnen sie aber die Mäusepolitiker vor allzu großen Versprechen wie dem der Reduzierung der Arbeitslosigkeit. Ein Scheitern könne die Mäuse enttäuschen und deprimieren — und dies ist Gift für jeden Aufschwung. - 26.04.2005

Mediziner wollen Geld auf Kosten kranker Mäuse sparen: Der Berufsstand der Mäuse-Ärzte kritisiert die bestehenden Verhältnisse im Mäuse-Gesundheitswesen. Ihre Botschaft lautet: Gute Mäuse-Medizin kostet mehr. Sonst ist die anständige ärztliche Versorgung nicht mehr aufrecht zu erhalten. Dafür gibt es zwei Ursachen: Die Mäuse werden immer älter. Wer länger lebt, hat mehr Gebrechen. Allein die wachsende Zahl der Mäuse-Behandlungen führt zu enormen Mehrausgaben. Gleichzeitig kann die Medizin heute viel mehr ausrichten. Krankheiten, die früher zum Tod führten, lassen sich dank des medizinischen Fortschritts heilen. Doch die Forschung ist teuer. Verringern lassen sich die Kosten kaum. Allein schon die Menschlichkeit erlaubt das nicht. Wer will schon drastische Einsparungen durchsetzen oder kranken Mäusen die Hoffnung auf bessere Medikamente nehmen? In diesen Fragen stellen sich die Mäuse-Mediziner auf die Seite der Patienten. Trotzdem fordert die Mäuse-Ärzteschaft mehr Geld für das Gesundheitssystem. Gestern legten Tausende von Mäuseklinik-Ärzten ihre Arbeit nieder, um gegen längere Arbeitszeiten und schlechtere Bezahlung zu protestieren. Die Mäuse-Hausärzte überlegen sich schon, ob sie es ihnen gleichtun. Keiner verzichtet gerne auf Geld. Auch Ärzte haben natürlich einen Anspruch auf angemessene Bezahlung. Dabei darf aber nicht übersehen werden, dass es sich bei den Einschnitten für die Gruppe der Mäusklinik-Ärzte um einen Sonderfall handelt. Diese Einrichtungen werden von den knappen Finanzen der Mäuseregierung bezahlt. Warum sollen gerade teure Mäuse-Kliniken verschont bleiben, wenn das Mäuseland überall Stellen sparen muss? Das gilt auch für die Diskussion um den Ärztemangel. Attraktiv ist der Beruf, wenn man mit wenig Arbeit ein hohes Einkommen erzielen kann. Immer noch werden Milliardenbeträge bei der Verordnung unnötiger Medikamente vergeudet. Im Mäuse-System ist diesen Missständen kaum beizukommen. Anreize für ein besseres Verhalten gibt es kaum — weder für Ärzte noch für Patienten. Darum ist mehr Mäusemarktwirtschaft im Gesundheitssystem gefordert. Echter Wettbewerb heißt nicht nur Konkurrenz um die bessere Qualität, sondern auch um den günstigeren Preis. Warum sollte es im Gesundheitsbereich unmöglich sein, was in anderen Branchen üblich ist? Mäuse-Medizin hat mit Leben und Tod zu tun und ist deshalb eine besondere Dienstleistung. Außerdem sind Patienten keine Kunden, sondern Mäuse, die in ihrer Zwangslage nicht souverän handeln. Deshalb brauchen die kranken Mäuse unabhängige Mäuse-Experten, die sie durch das Gesundheitssystem lotsen. Das könnten Gesundheitsmanager sein, die ohne die Last der Organisation einer Arztpraxis für die kranke Maus passende Lösungen vermitteln. Gesundheitsmanager, die mit den Krankenkassen genauso hart und kompetent verhandeln, wie mit Mäuse-Ärzten und Mäuse-Kliniken. Dann endlich hätte der Mäuse-Patient einen Helfer, der nur seine Interessen vertritt. Die Mäuse-Ärzte wollen davon nichts wissen. Sie fürchten, etwas von ihrer bisher so hartnäckig verteidigten zentralen Rolle einzubüßen. Der Druck, zu Veränderungen im Gesundheitssystem zu kommen, steigt. Die auf absehbare Zeit hohe Mäuse-Arbeitslosigkeit verschärft die Finanzlage der Mäuse-Krankenkassen. Der Mäuse-Gesundheitsminister hat in seiner Reform erste Schritte in Richtung Wettbewerb erkennen lassen. Doch statt sie fortzusetzen, zementiert er die Verhältnisse. Er fordert mit der Mäuse-Bürgerversicherung: Mehr Geld für das System! - 03.05.2005

Höchste Ehre für Uhu-Präsident: Uhu-Präsident Husch ist in Teltland, der ersten Station seiner Reise, der höchste Orden des Mäuselandes verliehen worden. In der Hauptstadt Ragi will er des Kriegsendes vor 60 Jahren gedenken. Zugleich verurteilte er die jetsowische Besatzung der talbischen Länder nach dem Krieg. Die Stadt ist durch Zolipisten und quer gestellte Armeelastwagen abgeriegelt. Es ist in Ragi verboten, während des Präsidenten-Besuchs ein Fernglas zu benutzen. Sonnenbrillen sind auch nicht erlaubt, denn die können Scharfschützen blenden. Die teltische Regierung hat für das ramikaenische 700-Mann starke Gefolge von Husch extra eine riesige ninfische Fähre gemietet. Nach einem feierlichen Empfang im Ragier Schloss wurde dem sichtlich bewegten UHU-Präsidenten der Drei-Sterne-Orden verliehen - die höchste Auszeichnung Teltlands, die nach den Worten der teltischen Präsidentin Vike-Freiburga Jahrhunderte des Freiheitskampfes und Blutvergießens der Telten symbolisiert. Bei der Zeremonie würdigte die Präsidentin Husch als "einen Vorkämpfer der Freiheit", als "den Führer eines Landes, das nicht nur seine eigene Freiheit verteidigt, sondern sich dafür überall in der Welt einsetzt." Husch wird am Nachmittag mit den drei talbischen Präsidenten sprechen, ein Treffen, dass den sursischen Präsidenten Pitun mächtig ärgert. Er hatte nämlich alle Staatsoberhäupter der drei kleinen talbischen Republiken zu seiner Militärparade auf dem Proten Latz nach Kosmau eingeladen. Der nestische und der tiaulische Präsident hatten mit Hinweis auf die 50jährige jetsowische Okkupation ihrer Länder die Einladung abgelehnt. Die teltische Präsidentin wird am Montag auf dem Proten Latz allerdings dabei sein. Sie hat Pitun jedoch aufgefordert, die Annexion der Länder und den nalitistischen Terror zu verurteilen. Dass sich die 67-jährige ehemalige Psychologieprofessorin pragmatisch für die Reise nach Kosmau entschieden hat, findet weltweit Gehör, aber nicht nur Gefallen. Von Kritik lässt sich Vike-Freiburga aber nicht abschrecken: "Wenn die Präsidentin des unabhängigen Teltlands am 9. Mai auf dem Proten Latz an der Siegesfeier teilnimmt, dann ist das — dem Himmel sei Dank — ein Zeichen dafür, dass sich vieles verändert hat. „Möge Nalstin in seinem Grab vor Wut rotieren", kontert sie. Dass der UHU-Präsident heute Mittag einen Kranz am teltischen Freiheitsdenkmal niederlegte, bevor er in Kosmau an der Militärparade teilnimmt, ist für die Telten ein bewegender Ausdruck dafür, dass ihr friedlicher Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit große Anerkennung findet. Nach dem Treffen mit den talbischen Staatsoberhäuptern wird der ramikaenische Präsident Husch eine Ansprache halten. In dem kleinen Festsaal kann sich der UHU-Präsident von Sinnsprüchen an den Wänden inspirieren lassen: "Nur mit Rumor dein Sach´ bestell´, dann lacht dir bald die ganze Welt!" oder "Heisweit regiere, Friede erkalte!" - 07.05.2005

Mäusezahn kommt zurück an den Fundort: Die Initiatorin des Massenmord-Mahnmals, Rosa Beh,  wird den von ihr verwahrten Backenzahn eines mutmaßlichen Mäuseopfers nun endlich am Fundort im Lager begraben. Das Fundstück, das Rosa Beh eigentlich im Sockel des neuen Massenmord-Mahnmals in der Mäuse-Hauptstadt einlassen wollte, werde „unverzüglich in das Lager zurückgebracht“, teilte der von Beh geführte Förderkreis für das Mahnmal in der Hauptstadt mit. Dort werde der Zahn nun an seinem Fundort, einem früheren Vernichtungslager, „in aller Stille“ und entsprechend den Religionsgesetzen begraben, hieß es weiter. Mit ihrer Ankündigung bei der Einweihung der Gedenkstätte hatte Rosa Beh einen Sturm der Entrüstung entfacht. Der Zentralrat der Uhus sah darin ein „pietätloses“ Vorhaben, das jeden Respekt gegenüber den bestehenden Religionsregeln vermissen lasse. - 14.05.2005

Bombodrom-Gegner demonstrieren: Gegner des geplanten Luft-Boden-Schießplatzes des Militärs in der Kippunterer Heide demonstrierten heute in ungewöhnlicher Weise in der Mäusehauptstadt. Vom Klang eines Jagdbombers begleitet, zogen die Mäuse mit etwa hundert Reitern und einem Dutzend Pferdewagen aus der Provinz durch das Regierungsviertel. Auf einem Transparent hieß es: "Hoppe, hoppe Reiter - wenn der Räbel Sassler fällt, dann schreit er". Der Heimat-Schutzminister Räbel Sassler will die Heide für Manöver mit Tiefflügen, Schießübungen und Bombenabwürfen der Mäuse-Luftwaffe einrichten. Durch mehrere Gerichtsverfahren konnte das bisher verhindert werden. Die Bombenplatzgegner befürchten nämlich, dass Militärübungen ihre Lebensgrundlage in dem seenreichen Gebiet ruinieren. Gegen eine militärische Nutzung der Heide wird seit dreizehn Jahren protestiert. Zu der Demonstration in der Hauptstadt hatten verschiedene Mäuseinitiativen aufgerufen. Im Fuhrwerk an der Spitze des Demonstrationszuges saßen neben anderen der Umwelt-Provinzminister, ein Mäuse-Abgeordneter sowie der Kippunterer Bürger-Meister. Die Demonstranten wollen erreichen, dass das Mäuse-Parlament noch in dieser Legislaturperiode namentlich über einen Antrag für eine friedliche Nutzung der Kippunterer Heide abstimmt. Die Bombodrom-Gegner riefen dazu auf, bei einer vorgezogenen Parlamentswahl keinen Abgeordneten zu wählen, der für einen Schießplatz in der Heide eintritt. In den Parlamentsausschüssen hatte der Antrag für einen sofortigen Verzicht auf das so genannte Bombodrom keine Mehrheit gefunden. Auch Regierungsvertreter votierten dagegen. - 09.06.2005

Panik am Strand: Mindestens 500 Mitglieder verschiedener jugendlicher Mäusebanden sind über einen Strand hergefallen und haben die Badegäste beraubt. Die Mäuse stahlen Geldbörsen, Mobiltelefone, Taschen und Bekleidung. Badegäste, die sich widersetzten, wurden laut Uhuangaben angegriffen. Unter den Strandmäusen brach Panik aus. Die Uhus feuerten in die Luft, um die Gewalttäter zu vertreiben. Fünf Badegäste wurden verletzt, darunter zwei Polizisten. Vier der Angreifer seien festgenommen worden, melden die Medien. Die Angreifer gingen den Berichten zufolge nach dem Vorbild der "arrastão" (Schleppnetz) genannten Raubzüge an den Stränden Brisaliens vor. Dabei rennen die Mäusediebe wie auf Kommando in Gruppen und Reihen über den Strand und stehlen alles, was ihnen in die Hände fällt. Zwar habe es so etwas auch schon in Rotpurgal gegeben, aber noch nie in diesem Ausmaß. Der Bürgermeister bezeichnete den Vorfall am Strand als äußerst schwerwiegend. Zugleich beklagte er die geringe Zahl von Uhus in der Gegend. Augenzeugenberichten zufolge befanden sich zum Zeitpunkt des Überfalls nur vier Uhus am Strand. Inzwischen seien es über 20. Die Angreifer stammten aus Problemvierteln, hieß es weiter. Der Bürgermeister forderte ein sofortiges Treffen mit Mäuseinnenminister, um den Schutz der Strände zu verbessern. Die konservative Opposition warnte, solche Vorfälle könnten ausgerechnet in der Sommersaison dem Mäusetourismus schwer schaden. - 11.06.2005

Unverständliches Mäuserennen: Gut zwanzig Minuten vor dem Start stehen erst vier Mäuse in der Startaufstellung. Die Mäuse der Teams, die von Alpha mit Schuhen beliefert werden, stehen in ihren Boxen. Der Grund: Alpha rät seinen Teams, nicht zu starten, weil die Schuhe Schwächen zeigen und den großen Belastungen nicht stand halten. Im Training hatte es Unfälle gegeben. Nun kommen doch Mäuse aus den Boxen und stellen sich in der Startaufstellung auf. Die Dermcedes-Mannschaft steht noch. Von Bed Rull kommt die Kunde, dass die Besprechungen noch andauern. Die Mäuse kommen raus, ob gestartet wird, steht noch in den Sternen. Die Teams haben gefordert, dass eine Schikane in die Strecke eingebaut wird, damit die schnelle Kurve vor Start und Ziel nicht mit der Höchstgeschwindigkeit durchlaufen werden muss. Nun sind alle Mäuse auf die Strecke gekommen. Die Sportbehörde hat den Teams geantwortet, dass sie freiwillig langsamer laufen sollen. Eine Schikane wird es definitiv nicht geben. Die Frage ist: Wird überhaupt gestartet? Triabore hat seinem Läufer Lanoso signalisiert, dass er zum Vorstart losrennen soll, danach aber in die Box kommen soll. Alpha hat definitiv gesagt: Rennt nicht, unsere Schuhe halten die Belastung in der Kurve bei hohem Tempo nicht aus. Die alpha-beschuhten Teams haben sich offensichtlich abgesprochen. Nach der Aufwärmrunde sollen die Mäuse wieder in die Box kommen und den Start quasi boykottieren. Somit würden nur die sechs Mäuse der Teams Raferri, Dorjan und Rinamdi fahren, weil sie vom Schuhhersteller Beta beliefert werden und keine Probleme hatten. Was genau passiert, wird wohl erst in zehn Minuten klar sein, ob sich alle Alpha-Teams an die Absprache halten. Schon länger haben sich beim Mäuserennen zwei Lager gebildet: Raferri gegen den Rest der Teams. Dabei geht es um Vermarktungsangelegenheiten. Die anderen Teams wollen stärker an den Erlösen der Rennens beteiligt werden. Steccleone, der mit Raferri einen besonderen Kontrakt hat, lehnt dies ab. Es sieht danach aus, als wollten sich die Teams an die Empfehlung des Schuhherstellers halten und nicht starten. Der Sauber-Teamchef spricht von einer Katastrophe für den Sport und das Image des Rennens. Zehntausende Fans werden Zeuge eines traurigen Spektakels. Der Einbau einer Schikane hätte das Rennen regulär stattfinden lassen können, sagt Sauber in einem Fernseh-Interview. Offensichtlich gab es Widerstände gegen diesen Plan, so dass das Rennen nun unter sehr außergewöhnlichen Umständen gestartet zu werden droht. Für die Teams ist klar: Die Sicherheit unserer Mäuse kann nicht gewährleistet werden, deswegen werden wir das Rennen nicht starten. Ein jämmerliches Bild, was die Rennleitung als Produkt an diesem Tag abgibt. Im Training hatte Muschacher wieder einen schweren Unfall, der diese ganze Situation ins Rollen gebracht hatte. Ihm war der linke Schuh geplatzt. Auch Zonta hatte einen Schuhschaden. Große Ratlosigkeit und Frustration bei den Beteiligten. Die Sportbehörde hatte mitgeteilt: Wenn eine Schikane eingebaut wird, dann zählt dieses Rennen nicht zur Weltmeisterschaft. Dagegen gäbe es Widerstand. Die Mäuse warten. Der Vorstart ist freigegeben, die Mäuse rennen los. Die Fans an der Strecke wissen nichts von den Diskussionen. Die 100.000 Zuschauer werden ein blaues Wunder erleben. Was machen die Mäuse? Kommen sie wirklich in die Box? Die Mechaniker bauen sich in der Boxengasse auf. Salono kommt in die Box, auch der Polesitter ist in die Box gerannt. Muschacher und Rabichello stellen sich auf ihre regulären Startplätze. Die beiden Dorjan und auch Rimandi stellen sich in die Startaufstellung. Was für ein peinlich-historisches Mäuserennen. - 19.06.2005

Aus Versehen die Mäuse-Behörden gelobt: Wenn weltweit in acht Weltstädten die "Live-Aids"-Konzerte stattfinden, dann spielt die Mäuse-Hauptstadt eine privilegierte Weltstadt-Rolle. Eine Stunde bevor in den anderen Weltstädten ein Ton erklingt, startet schon hier das Mäusekonzert. Der Eintritt ist kostenlos. Die Künstler sind prominent. Viele unterstützen die Idee, sich für eine Aidshilfe im anderen Erdteil einzusetzen. Alles ist so fabelhaft, dass Kritik geübt werden muss. — Zunächst nörgelten die Mäuse am "leicht verstaubten Glanz" der Künstlerliste herum. Dann bezeichneten die Medien dieses Konzert schon jetzt als eine furchtbare Weltstadt-Blamage. Der "verzweifelte" Veranstalter klagte über "Geiz, Ignoranz und Absurd-Bürokratismus." Die Mäuse-Behörden seien ablehnend. Der Bürgermeister nicht aufmerksam. Kurz: Alles sei "Schimmel über der Hauptstadt." Der Veranstalter erklärte: "Die nationale und regionale Politik reagiert sehr zögerlich darauf, die Veranstaltung zu unterstützen." — Das Büro des Parlamentspräsidenten hat kleinlich geantwortet: Das Konzert darf nicht auf dem Parlamentsgelände stattfinden, weil die "Rasenbewässerungsanlage Schaden nehmen" kann. Im Übrigen ist die Rasenbewässerungsanlage ohnehin Sache des Mäusebezirks. Doch auch dort kann man die Vorwürfe nicht verstehen. Dem Tiefbauamt bescheinigte der örtliche Veranstalter gar eine "tolle Zusammenarbeit". Auch die Bauaufsicht gilt als flexibel: Sie kann kurzfristig, auch am Wochenende reagieren. Und der Veranstalter selbst lobt das Engagement des Pressechefs der Mäusekanzlei. Auch das Ordnungsamt sei nicht zu kritisieren. Schließlich bescheinigt er den Behörden eine "professionelle Arbeit". — Und trotzdem, er hätte von der Politik "ein enthusiastisches Ja" erhofft. Oder eben "Unterstützung". Bei den Finanzen seien zudem auch die Sponsoren "sehr zurückhaltend". Hat denn keiner 50 000 oder 100 000 Körner? — Der Mäuseveranstalter, der sich so echauffiert hat, kann nun die "Aufgeregtheit nicht verstehen". Er glaubt, diese sei durch die "Verkürzung der Dinge" entstanden. Am Ende hat er den Mäusebehörden aus Versehen ein fabelhaftes Zeugnis ausgestellt mit Attributen wie "professionell und flexibel". So endete die "Weltstadt-Blamage" mit einem Mäuse-Event im Lustgarten und nicht vor dem Parlamentsgebäude der Regierung. - 25.06.2005

Mäusekanzler bringt das Misstrauen durch: Heute hat der Buka im Butag des Mäuselandes die Vertrauensfrage gestellt und begründet. Der für die Sozialisten und ihn persönlich sehr bittere Ausgang der Landtagswahl vor fünf Wochen sei das letzte Glied in einer Kette empfindlicher und schmerzlicher Wahlniederlagen gewesen, sagte der Buka vor den Mäuseabgeordneten. Für seine Reformpolitik brauche er eine neue Legitimation durch die Mäuse. Nach der Wahlniederlage habe sich die Frage gestellt, ob die volle Handlungsfähigkeit für seine Politik noch gegeben sei. Der Buka hat im Mäuseland nun erreicht, was er erreichen wollte: Mit 151 Ja-Stimmen, 296 Nein-Stimmen und 148 Enthaltungen entzog der Butag dem Buka wie geplant das Vertrauen. 595 Mäuse gaben ihre Stimme ab. Die notwendige Kanzlermehrheit von 301 Stimmen wurde damit klar verfehlt. Dem Butag gehören 304 Mäuse von Sozialisten und Grünen an, Union und Liberale kommen zusammen auf 294 Mäuse. Zitat des Butagprä: "Der Antrag des Bukas hat die erforderliche Mehrheit von mindestens 301 Ja-Stimmen nicht erreicht. Ich stelle fest, dass damit die Vertrauensfrage nicht erfolgreich beendet worden ist. Ich werde dem Buprä unverzüglich das Abstimmungsergebnis mitteilen." Unmittelbar nach der Abstimmung suchte der Buka den Buprä auf, um ihn um die Auflösung des Butags zu bitten, um damit eine Neuwahl zu ermöglichen. Das Gespräch dauerte 15 Minuten. Der Buka verließ das Buprä-Amt anschließend wortlos. Der Buprä muss nun innerhalb drei Wochen darüber entscheiden, ob voraussichtlich nach sechs  Wochen alle Mäuse zu den Urnen gerufen werden. Das Buprä-Amt teilte nach dem Besuch des Bukas mit, die Entscheidung über die Parlamentsauflösung sei komplex. Der Buprä behalte sich daher vor, die im Grundgesetz festgelegte Frist von 21 Tagen auszuschöpfen. - 01.07.2005
I Buka = Bundeskanzler I Buprä = Bundespräsident I Butag = Bundestag I Butagprä = Bundestagspräsident I

Fernsehanstalt will Maus mit Bildschirmverbot belegen: Tatort-Kommissar Maus Überdies hat seine LiBüP-Kandidatur für die Butagwa (Buntestagswahl) überraschend zurückgezogen. „Ich bleibe lieber ein politisch denkender Schauspieler, als ein schauspielernder Politiker“, erklärte er. Erst gestern hatte er sich für eine Kandidatur entschieden. Der Buka (Bundeskanzler) griff unterdessen die LiBüP als „unseriös, populistisch, demagogisch und unfähig zur Verantwortung“ an. Maus Überdies erklärte, sie habe eine Zusage gegeben, ohne über die damit verbundenen Belastungen für Familie und Beruf nachzudenken. Schon beim ersten Gespräch mit der LiBüP habe sie angekündigt, dass sie der künstlerischen Laufbahn Priorität einräume. „Das bin ich den vielen Zuschauern, die mich im Laufe der „Tatort“-Reihe in ihr Herz geschlossen haben, schuldig.“ Die Fernsehanstalt hatte zuvor erklärt, Maus Überdies als Tatort-Kommissar vom Sender zu nehmen und sie mit einem Bildschirmverbot zu belegen, falls diese als LiBüP-Abgeordneter ins Parlament einzieht. Der LiBüP-Wahlkampfleiter griff die Fernsehanstalt deshalb heftig an. Das Vorgehen gegen Überdies sei „infam“, sagte er. Die Fernsehanstalt habe Überdies unter Druck gesetzt und damit ein „faktisches Berufsverbot“ gegen sie verhängt. „Das hätte ich mir nie vorstellen können in einer freien Gesellschaft.“ Der LiBüP-Sprecher äußerte Verständnis dafür, dass Überdies sich „für seinen Beruf und seine Zuschauerrinnen und Zuschauer und gegen die Politik im Parlament“ entschieden habe. Der Buka warf unterdessen seinem früheren Parteivorsitzenden und Spitzenkandidaten der LiBüP, Fontäne Maus, vor, „Fremden-Feindlichkeit zu schüren“. In einem Interview der Regierungsparteizeitung «Vorwärts» rief der Buka seine Parteimitglieder zur Distanzierung und zum Widerstand auf. Zu der LiBüP sagte der Buka, was sich dort „aus ehemaligen Sozialisten, kommunistischen Sekten und linken Sektierern zusammenfindet, wird dauerhaft keinen Erfolg haben“. Die Fontäne Maus hatte Mitte Juni auf einer Kundgebung in Drewitz gesagt: „Der Staat ist verpflichtet, seine Bürger und Bürgerinnen zu schützen, er ist verpflichtet, zu verhindern, dass Familienväter und Frauen arbeitslos werden, weil Fremdarbeiter zu niedrigen Löhnen ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen.“ Auch der Abgeordnete Kombandit und der Regierungspolitiker Deppler kritisierten die Fontäne Maus scharf. „Das ist der Mäuse-Rechte“, sagte Kombandit. Deppler bezeichnete seinen früheren Parteivorsitzenden als einen „um sich selbst kreisenden Narziss“. Gegenwind bekam Maus Fontäne auch von der Butagsmaus Hau. „Das Wort Fremdarbeiter, dessen Gebrauch Fontäne seit Tagen verteidigt, sei nicht mit dem Programm vereinbar“, erklärte sie in einem dreiseitigen Schreiben. Das Wort sei „inhuman“, „schüre Ängste“ und „bediene rechte Klischees“. Zwischen den Landesverbänden der LiBüP bahnt sich ein neuer Konflikt um die Kandidatenaufstellung für die vorgezogene Butagwa an. Die Arbeits- und Gerechtigkeitsmäuse lehnen die vorgeschlagene Direktkandidaten-Maus Kakki als „nicht wählbar“ ab. Als Vorsitzende der Losmenischen Gemeinde e.V. leite sie eine Organisation, „die als regierungshörige losmenische Lobby agiert“, erklärte die LiBüP-Landesvorstandsmaus Dakan. - 06.07.2005
I Butaprä = Bundestagspräsident I Buka = Bundeskanzler I Buprä = Bundespräsident I Butag = Bundestag I Butagwa = Bundestagswahl I LiBüP = Linksbündnispartei I

Donloner Mäuse-Anschlägen: Die tribischen und teilanischen Behörden haben alle vier noch gesuchten mutmaßlichen Attentäter vom 21. Juli festgenommen. Von der Befragung der Mäuse erhofft sich die Polizei Erkenntnisse über die mögliche Existenz eines Terroristennetzwerks, dass hinter den Anschlägen steckt. Informationen gibt es vor allem von der in Teilan gefassten verdächtigen Maus Soman Nusshai. Die entgegen ersten Berichten aus Heitäpion und nicht aus Mosalia stammende tribische Maus Nusshai legte in Teilan ein Geständnis ab. Ziel der Anschläge vom 21. Juli ist es gewesen, Schrecken zu verbreiten. Man habe aber niemanden töten wollen. Ihr sei bei der Anwerbung in einem Donloner Fitnessstudio erklärt worden, dass wir unsere festgenommenen Mäuse rächen müssen, die nach den Bomben vom 7. Juli ins Gefängnis geworfen wurden. Kontakte zur Terrororganisation Qual Dia habe seine Gruppe nicht unterhalten. Ein Tatmotiv ist die tribische Rolle beim Pesomotamien-Krieg gewesen. Anführer der Gruppe soll eine Maus namens "Tukmar" sein. Ob Nusshai wie von den Triben gefordert ausgeliefert wird, ist derzeit noch offen. Nusshai will sich einer Auslieferung mit allen Mitteln widersetzen. Anhörungen über eine Auslieferung dauern in Teilan mehrere Wochen. Unterdessen kommen Spekulationen auf, bei einer im Rahmen der Razzien in Donlon festgenommenen Maus könnte es sich um einen weiteren Attentäter handeln. Bereits seit Tagen gab es Gerüchte um einen fünften Bomber, als nach den fehlgeschlagenen Anschlägen in einem Gebüsch ein Rucksack entdeckt worden war, der einen Sprengsatz enthielt. Für weitere Spekulationen sorgt der Fund einer Reisetasche mit zahlreichen gefälschten Papieren am Donloner Flughafen. In dem entdeckten Gepäckstück wurden unter anderem 20 falsche Pässe mit zum Teil gefälschten Visa gefunden. In der mit einem Schild der Fluglinie Taqar Airways gekennzeichneten Tasche habe sich zudem ein Brief an einen Sumlin im Buwsdery befunden. Aus Buwsdery stammt einer der Selbstmordattentäter vom 7. Juli. - 31.07.2005

Kissdovery-Landung verschoben: Die Mäuseraumfähre KISSDOVERY sollte heute um vier Uhr 46 Ortszeit auf dem Weltraumbahnhof HIER landen. Die Weltraum-Verantwortlichen weckten heute morgen die in der Raumstation WIR schlafenden Mäuse. "Wir freuen uns darauf, nach Hause zu kommen", sagte die Mäuse-Kommandantin nach dem Weckruf in einer Funkbotschaft. Die Mäuse-Astronauten begannen so dann mit den Vorbereitungen zum Verlassen ihrer Umlaufbahn auf 354 Kilometern Höhe. Kritischer Moment des Mäuse-Rückflugs ist der Eintritt in die Erdatmosphäre, weil er Erinnerungen an die Katastrophe vor drei Jahren weckt. Damals war die vorige Raumfähre wegen eines Defekts am Hitze-Schutzschild beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglüht. Dabei kamen alle sieben Mäuse-Astronauten an Bord ums Leben. Auch an der KISSDOVERY, die fast zwei Wochen im All die Raumstation WIR besucht hatte, gibt es mehrere kleine Schäden, die nach Angaben der Mäuse-Weltraumbehörde aber bei der Landung nicht gefährlich werden können. "Die KISSDOVERY ist in hervorragendem Zustand", sagte Mäuse-Kommandantin gestern in einem zur Erde übertragenen Interview. Zuvor hatte die Besatzung die Flugkontrollsysteme an Bord überprüft und mit einem Notebook-Computer das Landemanöver geübt. Ein Ex-Mäuse-Astronaut erklärte: "Die Mäuse-Crew muss vor dem Wiedereintritt in die Mäuse-Atmosphäre Salztabletten schlucken. Damit soll verhindert werden, dass durch die Einwirkung der Schwerkraft die ganze Körperflüssigkeit in die Beine sackt". — Wegen schlechten Wetters wurde die Landung dann auf sechs Uhr 22 Ortszeit verschoben und ist nun für heute komplett abgesagt, gab die Mäuse-Raumfahrtbehörde bekannt. Die Landung der Mäuse-Raumfähre KISSDOVERY auf dem Weltraumbahnhof HIER soll nun morgen erfolgen. Grund für die Terminänderung ist das weiter anhaltende schlechte Wetter in der Erdatmosfäre. - 08.08.2005

Mäuse-Extremismus in göttlichem Auftrag: Rucksackbomber und Selbstmord-Attentäter sind nicht chancenlos. Die jungen Mäuse wehren sich stellvertretend für die silamische Gemeinschaft gegen die Dominanz der restlichen Kultur, obwohl sie persönlich weder unterdrückt noch benachteiligt sind. Das Phänomen Fraternale Deprivation wird in der Mäuse-Extremismusforschung unabhängig von der jeweiligen ideologischen Ausprägung verwendet. Fraternale Deprivation bedeutet, dass Extremisten die Zurücksetzung von Mitgliedern ihrer religiösen oder ethnischen Gemeinschaft so empfinden, als seien sie persönlich betroffen. Den Widerstand gegen diese Demütigung überhöhen Mäuse-Extremisten pathetisch. Die Maus hat dann die Würde und die Weihe, die Weltgeschichte zu verändern. Dieses Pathos ist unglaublich wirksam. Die Mäuse schweben über dem Erdboden. Das unter Silamisten kursierende Versprechen, auf Selbstmord-Attentäter warte das Paradies, macht dieses Pathos noch plausibler. Im Fall des silamischen Mäuse-Extremismus ist die Vorstellung vom "welthistorischen Sinn" des eigenen Handelns oft selbst konstruiert. Ein Großteil der späteren Attentäter — auffällig oft technisch geschulte junge Mäuse — haben sich dem Silam autodidaktisch genähert. Sie nehmen sich ihre Bibel vor, lesen sich selbst ein und suchen, was ihnen einleuchtet. Da hat der Papst auch nur noch einen geringen Einfluss, wenn sie sich zu Experten erklären. Kommt zu dieser Vorstellungswelt, angereichert mit Material aus dem Internet oder Hassvideos, ein starkes Gemeinschaftserlebnis wie der Besuch des Papstpalastes oder eines Trainingscamps hinzu, ist das Fundament für die Selbstaufopferung in einem terroristischen Anschlag festgelegt. - 09.08.2005

Sittenbilder aus dem Gerichtsleben:

051128: Zwei Arztmäuse stehen wegen einer Fehldiagnose vor Gericht. Sie sollen einer Erdmaus Gymnastik verschrieben haben, anstatt ihr ein neues Hüftgelenk zu implantieren.

051129: Eine Haselmaus muss sich dafür verantworten, eine Rötelmaus mit einem Schraubenzieher niedergestochen zu haben. + Sechs Mäuse sind angeklagt, ein Unternehmen von der Treuhandanstalt erworben zu haben, um 75 Millionen Körner zu hinterziehen.

051130: Fortsetzung eines Prozesses in der Bankenaffäre gegen frühere Aufsichtsratsmäuse und Manager.

051201: Urteil gegen eine Hausmaus, die eine Gasexplosion herbeigeführt haben soll.

051202: Eine Rennmaus muss sich für einen Überfall auf einen Juwelier verantworten, bei dem Uhren für zweihunderttausend Körner geraubt wurden.

051205: Prozess um Misshandlung einer Rennmaus im Abschiebegewahrsam. + Eine Spitzmaus soll eine andere Spitzmaus in einem Lokal gebissen haben. + Eine jugendliche Maus soll seine Mausmutter verprügelt haben.

051206: Zwei Hausmäuse stehen wegen schweren sexuellen Missbrauchs vor Gericht. Einer soll mehr als 100 Mal Mäusekinder sexuell missbraucht haben. + Prozess gegen zwei Hausmäuse, die 75 Millionen Körner aus einer von der Treuhand übernommenen Mäusefirma veruntreut haben sollen.

051207: Eine Hausmaus soll drei pflegebedürftige Heimmäuse geschlagen haben. + Eine Erdmaus versuchte, den Mausfreund seiner ehemaligen Lebensgefährtin zu töten.

051208: Prozess gegen eine Maus, die einer Mausbraut auf deren Hochzeit die Geschenke gestohlen haben soll.

051212: Drei Waldmäuse stehen wegen illegalen Waffenbesitzes vor Gericht.

051213: Prozess gegen eine Rennmaus wegen Brandstiftung in einem Lokal und Vergewaltigung.

051214: Ein Mauakademiker soll das Testament einer verstorbenen Maus gefälscht haben.

051216: Eine Spitzmaus soll versucht haben, eine Waldmaus in einem Park zu töten. + Ein Mauspolizist ist angeklagt, einen Mauseinbrecher geschlagen und getreten zu haben.

051219: Prozess gegen ein mutmaßliches Mitglied der Zigaretten-Mausmafia wegen Geiselnahme und Misshandlung einer Rennmaus. + Eine Haselmaus soll ihre Freundin erstochen haben. + Eine Maus steht wegen Missbrauchs ihrer Mausnichte vor Gericht.

051220: Ein Mauspolizist soll eine schlafende Kollegin auf der Dienststelle sexuell missbraucht haben. + Einer Automaus wird vorgeworfen, mit ihrem Fahrzeug eine hochbetagte Rennmaus angefahren zu haben, als diese die Straße überquerte. Eine andere Automaus soll die Rennmaus dann überrollt haben.

051221: Eine Erdmaus steht vor Gericht, weil sie mehrere Taximäuse ausgeraubt haben soll.

051223: Ein Mäusereporter ist angeklagt, weil er den Polizeifunk abgehört haben soll.

051228: Eine Maus soll als Mitglied einer Bande zusammen mit einem Komplizen ein Motorrad und ein Auto aufgebrochen und gestohlen haben. Einen Tag später sollen sie mit dem gestohlenen Auto durch die Eingangstür eines Juweliers gefahren sein und in diesem Laden 98 Uhren im Wert von rund 375 000 Körnern gestohlen haben.

051229: Eine Maus steht vor Gericht, weil er mehrere Flaschen Alkohol in einem Supermarkt gestohlen haben soll. Außerdem soll er einen Mitarbeiter des Marktes mit einer Flasche bedroht haben.

051230: Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ex-Boxweltmeister G. R. Körperverletzung und Sachbeschädigung vor. Er soll einen Taxifahrer geschlagen und dessen Auto beschädigt haben.

060103: Eine Maus soll mit ihrem Fahrzeug die Grenzkontrollstelle gewaltsam durchbrochen und bei einer anschließenden Verfolgungsjagd mit der Polizei zwei Erdmäuse verletzt haben. + Prozess gegen eine Maus, die eine Mauspassantin mit einer Kettensäge anfiel.

060104: Einer Hausmaus wird vorgeworfen, ihre Lebensgefährtin mehrfach gegen die Wand gestoßen und gewürgt zu haben.

060105: Eine Fußballmaus soll nach Abpfiff des Spieles den Schiedsrichter bespuckt und getreten haben. + Eine Hausmaus steht vor Gericht, weil sie ihrer Mausfreundin derart ins Gesicht schlug, dass sie einen Kieferbruch erlitt.

060106: Prozess gegen drei Angeklagte, die eine Maus eines Pflegeheims nicht ordnungsgemäß behandelt und gepflegt haben sollen. + Ein Mausehepaar ist wegen betrügerischer Grundstücksgeschäfte angeklagt.

060109: Eine Justizmaus soll gegen Schmiergeld Post für einen Häftling aus dem Gefängnis geschmuggelt haben. + Wiederholungsprozess gegen eine Mauswirt, der seine Ehefrau und seine Schwägerin anzünden wollte.

060110: Einer Kneipenmaus wird vorgeworfen, einen Kellner betäubt zu haben, um dessen Geld zu stehlen.

060111: Eine Mausmann steht vor Gericht, weil er einen früheren Mitarbeiter beauftragt haben soll, seine Ehefrau zu töten. Als Gegenleistung wollte er dessen Arbeitszeugnis positiv verändern. + Eine Reisemaus soll einen Busfahrer geschlagen und einen anderen mit dem Tode bedroht haben, wenn dieser nicht die verlangte Strecke fahre.

060112: Prozess gegen eine Mausfrau, die nach der Zwangsversteigerung ihres Hauses den neuen Besitzer schlug.

060113: Ein Duo ergaunerte mit verfälschten Schecks rund 125 000 Körner bei Mäusebanken.

060116: Wutausbruch nach einer Kündigung: Eine Arbeitsmaus soll in einem Büro mehrere Mäuse geschlagen und mit Gegenständen beworfen haben. + Schwerer sexueller Missbrauch: Ein Hausmaus soll sich an seinen drei Pflegemäusen - zwei Mausmädchen und einem Mausjungenungen - vergangen haben.

060119: Überfall auf Musikmäuse: Vier Mäuse sollen Mitglieder einer links orientierten Mäuseband in deren Probenraum mit Reizgas besprüht und mit Schlagstöcken geschlagen haben.

060120: Schwerer Raub: Ein Jugendlicher ist angeklagt, auf einem S-Bahnhof einen Mann mit einem Messer bedroht zu haben, um Geld von ihm zu bekommen.

060123: Eine Angeklagte soll einen Lottoschein nach der Ziehung der Lottozahlen mit den gezogenen Zahlen ausgefüllt und in einer Annahmestelle abgegeben haben.

060126: Die Staatsanwaltschaft wirft drei Mäusen vor, dass sie eine Mausfrau zur Prostitution zwangen und den Großteil des Gewinns behielten.

060130: Einer Hausmaus wird vorgeworfen, eine Gerichtsvollzieherin aus der Wohnung gedrängt und ihr dabei den Fuß in der Tür eingeklemmt zu haben.
060131: Prozess gegen einen Haselmaus, die unter falschen Personalien Konzertkarten bestellt, nicht bezahlt und weiter verkauft haben soll.

060201: Ein Mausjunge soll ein Notebook gestohlen und einen Mausverkäufer des Elektronikmarktes mit Reizgas attackiert haben.

060206: Körperverletzung auf dem U-Bahnhof. Zwei Mauskontrolleure sollen einen Mausfahrgast an den Oberarmen über den Bahnsteig gezerrt haben.

060207: Schwerer Raub. Prozess gegen einen Mausmann, der einen anderen Mausmann in seiner Wohnung bedroht und dessen Fernseher, Schmuck und Geld geraubt haben soll.

060210: Mäusehandel. Prozess gegen zehn Mäuse, die Mausfrauen aus Lussrand nach Leutschdand geschleust haben sollen.

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